Schufa bietet unzuverlässige Daten
Montag, 14. Juni 2010 um 14:23 UhrFinanztest hat in der Juni-Ausgabe (7/2010) die Auskunfteien unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Bei der Schufa waren lediglich Daten von 11 Testpersonen der insgesamt 89 Testpersonen vollständig und korrekt.
Wer einen Kredit sucht, muss sich bei den Banken einer Bonitätsprüfung unterziehen, ob Autokredit oder Kleinkredit. Die Bank prüft stets, wie flüssig der Kunde ist und wie hoch das persönliche Ausfallrisiko ist. In Deutschland gehört die Schufa-Anfrage obligatorisch dazu. Nur einige Direktbanken bieten Kunden auch Kredit ohne Schufa, zum Beispiel Bon Kredit.
Die Auskunftei ist der erste Ansprechpartner, wenn Banken oder Händler Informationen über die Zahlungsfähigkeit eines Kunden einholen. Die größte und bekannteste unter ihnen ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Die Schufa speichert Daten über Zahlungsverpflichtungen, laufende Kredite, Mahnverfahren und Insolvenzen. Die gespeicherten Informationen verkauft sie dann an Geschäftskunden. Für Verbraucher sind fehlerhafte Daten bei den Auskunfteien besonders ärgerlich: Liegt ein negativer Schufa-Eintrag vor, lehnen Banken in der Regel einen Kreditabschluss kategorisch ab.
Auch den Datenschutz einiger Anbieter befanden die Finanztester für mangelhaft. Testpersonen konnten bei Infoscore und Bürgel zum Teil ohne Identitätstest Daten abrufen. Das negative Ergebnis lässt ernste Zweifel am Nutzen der Dienstleistung aufkommen. Ist der Kredit ohne Schufa am Ende sogar für die Banken wünschenswert? Denn die Fehlerquote bei der Schufa fiel besonders hoch aus. Falsche, fehlende und veraltete Daten seien die Regel, laut Finanztest. Von 89 Testpersonen erhielten lediglich 11 lückenlos und korrekt Auskunft. In den Informationen fehlten am häufigsten: Girokonten, Handyverträge, laufende Kredite und Kreditkarten. Die Schufa war jedoch der einzige Anbieter der Daten zu allen Personen gespeichert hatte.
Außerdem lieferten die Auskunfteien nur bei zwei Dritteln der Anfragen den angeforderten Scorewert mit, der letztlich die Kreditwürdigkeit bewertet. Die Unternehmen berechnen diesen Wert nach eigenen Kriterien aus den gespeicherten Angaben und stellen ihn Kreditinstituten und Händler vor einem Kundengeschäft zur Verfügung. Seit April müssen die Auskunfteien diese Scores kostenlos mitteilen, so schreibt es § 34 Bundesdatenschutzgesetz vor. Bürgel gab den Wert lediglich in vier von 25 Anfragen weiter. Deltavista, infoscore und Accumio blieben ihn sogar in allen Fällen schuldig. Lediglich die Schufa gab den Score immer an den Kunden weiter.
Der Chef vom unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, weist darauf hin, dass dieses Verhalten nicht rechtmäßig sei, Verbrauchern auf ausdrückliche Anfrage keinen Score mitzuteilen. Finanztest bemängelt, dass keine Auskunfteien Informationen über die Erfassungsmerkmale preisgaben, über welchem Zeitraum die Daten gespeichert bleiben und welche Auswirkungen bestimmte Daten auf die Kreditwürdigkeit haben. Wichtig ist die Schufa Auskunft auch für die Banken, welche Kreditkarten an Ihre Kunden ausgeben.

